16 wenig bekannte Fakten über Gin & Gin-Cocktails

24/5/2017
Lebensart

Gin und insbesondere Gin-Cocktails sind in aller Munde. Der Wacholderschnaps musste sich lange Zeit hinter Spirituosen wie Whiskey, Vodka, Rum und Tequila einreihen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die beliebte Spirituose ist zurück und erobert Deine Geschmacksnerven im Sturm. Doch wieviel weißt Du wirklich über Gin, seine Herkunft, seine Zusammensetzung und seine zahllosen Mischvarianten. Im Folgenden bekommst Du eine ganze Menge an Insider-Infos und Gin-Lover-Life Hacks, die für jeden Partyklugscheißer und Gin-Liebhaber Gold wert sind.

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Gleichermaßen beliebt heutzutage: Süße Katzen online und Gin-Cocktails offline.

16 Fakten zu Gin und Gin-Cocktails zum Angeben auf der nächsten Party

Gin is back. Vorbei die Zeiten, als Gin ein angestaubtes Image hatte und ein Schattendasein fristen musste. Heute sind Gin-Cocktails angesagt und die Menschen machen sich die Mühe, einen ausgewählten Gin zu kaufen – und nicht den von der „Stange“. Der Wacholderschnaps ist von keiner Party und keinem abendlichen Treffen mit Freunden in einer Bar wegzudenken. Kein Wunder, basieren doch so viele bekannte Cocktails auf Gin. Nach den folgenden 16 Gin-Facts trinkst Du Gin nicht mehr lediglich, sondern kannst Deinen Freunden, Kollegen und Bekannten mit fundiertem Gin-Hintergrundwissen auf die Nerven gehen.

1. Wer hat den Gin erfunden?

Jede Website, die einen ähnlichen Anspruch hat, nämlich Fakten über Gin zusammenzutragen, wiederholt das Mantra: Gin kommt nicht aus England, sondern aus den Niederlanden. Und alle so: Wow. Die Aussage bezieht sich auf den Genever, eine Malzspirituose, die holländische Soldaten im 17. Jahrhundert tranken. Im Endeffekt ist es aber laut dem Gin-Experten Jared Brown allenfalls ein leichter Whiskey mit Wacholdernote. Damit kommt Gin eben nicht aus den Niederlanden, sondern doch aus England. Die englische Variante sei ein viel reinerer Alkohol und in London entwickelt worden. Sicherlich ist diese Aussage streitbar, aber die moderne Variante des Gins stammt zweifellos aus England, während die Niederländer wohl als Inspiration dienten.

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Gin vor dem Rest: Ein Sinnbild für die moderne Zeit.

2. Vodka war nicht zuerst in der Bloody Mary.

Zugegeben der Name Bloody Mary kam erst auf, als Vodka und Tomatensaft ihre Ehe eingingen. Doch bereits 1928 – bereits Jahre vor der Erfindung der Bloody Mary – war die Kombination aus Gin und Tomatensaft ein beliebter Anti-Kater-Drink im New York City der Roaring Twenties.

3. Gin-Konsum wurde im 18. Jahrhundert in England als Gefahr angesehen.

Im England der 18. Jahrhunderts gefährdete der Gin-Konsum aus Sicht der Autoritäten das Gemeinleben und die öffentliche Sicherheit, weswegen 1751 der Sale of Spirits Act beschlossen wurde. Auch andere Spirituosen fielen dem Bann zum Opfer, aber da Gin so beliebt war, bürgerte sich der griffige Name Gin Act ein. Berühmtheit erlangte der Gin Act durch die grafische Verewigung von William Hogarth im selben Jahr. Sein zweiteiliges Werk Gin Lane / Beer Alley stellt das grundverschiedene zivile Verhalten von Gin- und Bier-Konsumenten in London gegenüber. In der Beer Alley sind Gemeinwesen und Ordnung intakt, während in der Gin Lane Chaos, Gewalt, Kriminalität und Mord regieren. Die Quintessenz: Bier gut, Gin schlecht.

 

4. Verwässerter Gin ist besser zur Verkostung geeignet.

Die beste Methode, Gin zu verkosten, ist, ihn bei Zimmertemperatur mit der gleichen Menge Wasser zu trinken und zu vergleichen. Dadurch treten sowohl Stärken als auch Schwächen des Gins zutage.

5. Auf den Philippinen wird weltweit der meiste Gin konsumiert.

Nicht England, nicht die USA, sondern die Philippinen sind der Weltmeister im Gin-Konsum. Schätzungen zufolge werden jährlich 25 Millionen Kisten Gin geleert. Das entspricht 43 (!) % des weltweiten Gesamtkonsums. Es gibt sogar ein eigenes Wort für eine ausgiebige Gin-Trinkrunde – „Ginuman“. Die Lieblingssorte der Einheimischen heißt Ginebra San Miguel, ist aber außerhalb der Philippinen komplett unbekannt. Die Marke sponsert auch ein riesiges Festival, das jedes Jahr Abertausende von Zuschauern anzieht.

 

6. Aus was besteht Gin?

Die Hauptzutat von Gin ist die Wacholderbeere. Von ihr stammt auch der typische zitronig-pinienartige Gin-Geschmack. Produzenten können aber noch eine unbegrenzte Anzahl an weiteren pflanzlichen Zusatzstoffen (etwa Zitronenschale, Gewürze, Kräuter und Wurzeln) hinzufügen, um mehr Komplexität und Qualität zu erreichen. Es gibt keine Obergrenze an pflanzlichen Extrakten, die ein Gin enthalten kann.

7. Welcher ist der beste Gin?

Anknüpfend an Punkt 6 bleibt festzuhalten: Es gibt nicht DEN einen Gin-Geschmack und damit auch nicht DEN besten Gin. Es hängt immer von der Zusammensetzung des Gins ab und dem individuellen Geschmack des Konsumenten. Allerdings gehört Bombay Sapphire zu den beliebtesten Gin-Sorten weltweit. Und ebenfalls nicht zu vergessen – der bereits in Punkt 5 erwähnte Ginebra San Miguel, auf den die Filipinos schwören.

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Markenzeichen des Bombay Sapphire ist die distinktive hellblaue Flasche.

8. Gin ist die ideale Cocktail-Zutat.

Vergiss Whiskey, Tequila und Vodka. Nun ja, vielleicht nicht direkt "vergessen", aber du wirst es definitv nicht bereuen, wenn Du Dich ein wenig mehr auf Gin konzentrierst. Das Gute an ihm ist, dass es nicht den EINEN Gin-Geschmack (siehe Punkt 6) gibt. Dein Cocktail kann in eine völlig andere Richtung gehen, wenn Du die Gin-Sorte wechselst – von fruchtig-zitronig über erdig und würzig bis hin zu frisch ist alles möglich. Ein Gurken-Flavor kann ebenso vorkommen wie der Geschmack eines Gemüsegartens. Die Liste an möglichen Zutaten und Geschmacksnoten ist schier endlos. Dadurch hat sich der Gin als äußerst beliebte Cocktail-Spirituose etabliert, denn er ist flexibel, veränderbar, komplex und gibt den Mixgetränken den gewissen Kick. Die Vielfalt der Nuancen bedeutet für einen Barkeeper bzw. einen Cocktail-Liebhaber natürlich auch eine Herausforderung, denn er muss ein sicheres Händchen beweisen, damit am Ende der passende Gin im Glas landet. Damit Du der Aufgabe gewachsen bist und nicht ständig in die nächste Bar rennen musst, um Deine Lust auf einen Gin-Cocktail zu befriedigen, empfehlen wir Dir ein spezielles Gin-Tasting- und Mix-Training. Lerne (Gin-)Cocktails-Mixen von der Pike auf, vertiefe Dich in die Geschichte der alkoholischen Mischgetränke und – ganz wichtig – verkoste Deine Kreationen im Anschluss.

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Das Multitalent Gin: Schmeckt beinah mit allem.

9. Die Wacholderbeere ist gar keine Beere.

Die Wacholderbeere ist ebenso wie die Erdbeere, die Himbeere und die Brombeere keine Beere. Während die anderen drei botanisch gesehen Sammelnussfrüchte sind, ist die Wacholder“beere“ eigentlich ein weiblicher Zapfen, der durch seine ungewöhnlich fleischigen zusammengewachsenen Schuppen aber aussieht wie eine Beere.

10. Es gibt fast keine groß angelegten Wacholderfarmen.

Der Wacholder für die Gin-Produktion wird noch immer fast ausschließlich wild per Hand gepflückt. Kultivierter Wacholder ist sehr selten.

11. London Dry Gin kommt nicht unbedingt aus London.

Städtenamen auf Gin-Flaschen solltest Du nicht unbedingt vertrauen. Du dachtest eventuell, dass London Dry Gin bestimmt irgendwo im Raum London destilliert wird, oder? Es ist zwar möglich, aber unwahrscheinlich. Hinter „London Dry Gin“ steht anders etwa als bei Scotch, Cognac oder Champagner kein rechtlich-regionaler Anspruch, dass das Getränk aus der Region stammen muss, sondern eher eine ungefähre Geschmacks- und Stilrichtlinie. Bei Plymouth Gin ist es anders, denn wo Plymouth Gin draufsteht, ist auch Gin aus Plymouth drin. Du merkst, die Namensgebung ist nicht wirklich einheitlich.

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Der Klassiker unter den London Dry Gins und gleichzeitig Namensgeber des Autors.

12. Gin, der während der Prohibition illegal in Badewannen hergestellt wurde, war lebensgefährlich.

Okay, illegal hergestellter Schnaps hat selten das Prädikat „besonders wertvoll“ verdient. Den Gin in der Badewanne zusammen zu panschen, ist aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer als dasselbe mit Whiskey oder Moonshine zu machen. Du merkst, wenn wir schon Wannen-Whiskey als im Vergleich einigermaßen in Ordnung darstellen, dann muss der Gin wirklich schrecklich gewesen sein. Doch er war einfach herzustellen: Alles, was man brauchte, war billiger Getreidealkohol, ein Geschmacksgeber wie Wacholder(saft) und eine große Badewanne. Der Gin wurde entweder zum fermentieren in der Wanne gelassen oder direkt dort destilliert – je nach Zutat. Und fertig war das Grauen. Manchmal enthielt dieser Gin-Cocktail sogar Methanol, wodurch Konsumenten erblindeten oder sogar starben.

13. Die Cocktail-Kultur, wie Du sie heute kennst, stammt aus den Zeiten der amerikanischen Prohibition.

Nach Punkt 12 dürfte es Dich nicht mehr überraschen, dass die Spirituosen während der Prohibition extrem stark waren. Um sie flächendeckend genießbar zu machen, wurden die Drinks mit Säften, Früchten und anderen Getränken verdünnt. Das kam an. Der Cocktail eroberte von den Vereinigten Staaten aus die Welt. Der Begriff Cocktail wurde allerdings schon seit 1800 im angelsächischen Raum benutzt, um eine bestimmte Art von Mixgetränk zu bezeichnen. In den nächsten einhundert Jahren wandelte sich die Bedeutung von „Cocktail“ zu einem Gattungsbegriff, der beinahe alle (stark-)alkoholischen Mixgetränke einschließt.

14. Der klassische und beliebteste aller Gin-Cocktails ist wenig überraschend der Gin Tonic.

 

Alles begann mit dem Tonic. Die Ursprünge des Gin Tonic, dem beliebten Anti-Malaria-Gin-Cocktail, liegen in Indien. Britische Soldaten mussten Chinin nehmen, um Malaria und anderen verbreiteten Krankheiten vorzubeugen. Der starke Geschmack des im Tonic enthaltenen Medikaments Chinin wurde mit Gin, Limonensaft und Zucker abgemildert. Fertig war der Gin Tonic.

15. Barkeeper sehen es anders als James Bond.

 

007 trinkt seinen Vodka Martini stets geschüttelt und keinesfalls gerührt. Die Mehrheit der Barkeeper würde aber sein Veto dagegen einlegen und für das Rühren plädieren, denn beim Schütteln verdünnt der Drink zu sehr – egal, ob bei einem Martini mit Vodka oder mit Gin.

16. Gin ist Vodka. Irgendwie.

Klingt komisch, ist aber an einer bestimmten Stelle so. Zwar hat Gin viel mehr Geschmacksnuancen als Vodka, aber der Flavor wird lediglich zu einem normalen Grundalkohol hinzugefügt. Und dieser Grundalkohol ist eine Form des Vodkas. Wenn Du also den Herstellungsprozess unterbrichst bzw. beendest, bevor es daran geht, Wacholder und andere Essenzen hinzuzufügen, hast Du einen Vodka produziert und keinen Gin.

 

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Alle GIFs via Giphy.

Gordon Herenz

Gordon, gebürtiger Lektor mit Vorliebe für das Schreiben von Online-Content, ist für das Textkonvolut im DailyDeal-Magazin verantwortlich. Seine Leidenschaft für das geschriebene Wort wurde früh von seiner Oma geweckt, die ihm unter Blut, Schweiß und Tränen bei seinen Hausaufgaben half. Ab der Gymnasialzeit in Cottbus schaffte er es, seine Gedichtinterpretationen auch weitestgehend allein zu bewältigen. Ein Erfolg, der ihn dazu verleitete, sich als Germanistik-Student in Potsdam zu verdingen. Stationen an der Uni und in der Start-up-Landschaft von Berlin-Mitte folgten, bevor es ihn 2016 nach Alt-Moabit zu DailyDeal verschlug. Seine freie Zeit verbringt er damit, Aufnäher auf seine Kutte zu nähen und sich seine verbliebenen Haare abzuschneiden.

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