Es wird breit – neue Regeln in der Formel 1 2017

5/4/2017
Lebensart

Normalerweise sind neue Formel-1-Regeln nichts wirklich Besonderes, da sich die Königsformelserie im ständigen Wandel befindet und die Verantwortlichen konstant optimieren bzw. verschlimmbessern. Dieses Jahr hingegen wird die Formel 1 von so tiefgreifenden neuen Regeln betroffen, dass 2017 ein hochinteressanteres und unvorhersehbareres Rennjahr wird. Die Änderungen im Reglement sollen vor allen Dingen für höhere Kurvengeschwindigkeit sorgen und die Rundenzeiten im Schnitt um fünf Sekunden reduzieren. Es wird also deutlich schneller.

Der Sieg im ersten Rennen der 2017er Formel-1-Weltmeisterschaft ging nach Deutschland. Sebastian Vettel stahl die Pole Position im Laufe des Grands Prix von Australien von seinem Dauerkontrahenten Lewis Hamilton. Wenigstens etwas Erfreuliches für das deutsche Formel-1-Herz, wenn schon der Große Preis von Deutschland dieses Jahr ausfällt – das ist nämlich eine der Änderungen in der neuen Formel-1-Saison.

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Screenshot / Vettel Wins 2017 Australian Grand Prix | Race Highlights / FORMULA 1

Welche neuen Regeln gibt es in der Formel-1-Saison 2017?

Geänderter Rennplan – keine direkte Regeländerung, aber ein Novum

Im letzten Jahr gab es noch 21 Rennen, 2017 muss der geneigte Formel-1-Fan auf eines davon verzichten, denn es wird keinen Grand Prix in Deutschland geben. Der Hockenheimring steht nicht länger im F1-Kalender, ebenso wenig wie der Nürburgring. Von offizieller Seite heißt es in beiden Fällen, dass die Zuschauerzahlen nicht ausreichen, um die hohen Lizenzgebühren decken zu können. Man müsste auf dem Hockenheimring eine Zuschauerzahl von über 60.000 erreichen, um wirtschaftlich rentabel zu sein. Und das sei schlichtweg unrealistisch. Für 2018 besteht noch ein gültiger Vertrag, aber ob es danach noch Formel-1-Rennen in Deutschland geben wird, steht in den Sternen.

Wo und wann finden die 20 Grands Prix 2017 statt?

  • Großer Preis von Australien – 26. März 2017
  • Großer Preis von China – 9. April 2017
  • Großer Preis von Bahrain – 16. April 2017
  • Großer Preis von Russland – 30. April 2017
  • Großer Preis von Spanien – 14. Mai 2017
  • Großer Preis von Monaco – 28. Mai 2017
  • Großer Preis von Kanada – 11. Juni 2017
  • Großer Preis von Aserbaidschan – 25. Juni 2017
  • Großer Preis von Österreich – 9. Juli 2017
  • Großer Preis von Großbritannien – 16. Juli 2017
  • Großer Preis von Ungarn – 30. Juli 2017
  • Großer Preis von Belgien – 27. August 2017
  • Großer Preis von Italien – 3. September 2017
  • Großer Preis von Singapur – 17. September 2017
  • Großer Preis von Malaysia – 1. Oktober 2017
  • Großer Preis von Japan – 8. Oktober 2017
  • Großer Preis der USA – 22. Oktober 2017
  • Großer Preis von Mexiko – 29. Oktober 2017
  • Großer Preis von Brasilien – 12. November 2017
  • Großer Preis von Abu Dhabi – 26. November 2017

Kein Großer Preis in Deutschland. Das bedeutet aber nicht nur Schlechtes für die Motorsportfreunde hierzulande. Schließlich sind DTM und verschiedene Rallyes weiterhin eine feste Größe in jedem Kalender eines Rennsportbegeisterten. Willst Du nicht nur zuschauen, sondern mittendrin statt nur dabei sein, hat DailyDeal so einige Renn-Deals für Dich im Angebot. Heiz zum Beispiel mit einem Audi R8 über den Hockenheim-, Salzburg-, Lausitz oder Spreewaldring. Oder Du lässt Dich von einem erfahrenen Rennfahrer in einem Rennboliden oder einem Superbike „herumkutschieren“. Das Renntaxi ballert mit Hochgeschwindigkeit über Spreewaldring, Lausitzring oder Racetrack Thüringen.

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Mit dem Superbike oder einem Audi R8 über die Rennstrecke heizen (lassen).

Schnellere Autos – für mehr Aggressivität im Design der Boliden

Fahrer wie McLarens Fernando Alonso und auch der pensionierte Mark Webber haben in der Vergangenheit moniert, dass sich die Formel-1-Wagen zu leicht steuern und nicht voll ausfahren lassen würden. Die neuen Regeln in der Formel-1-Saison 2017 sollen diese Vorwürfe in die Vergangenheit manövrieren, indem die Rennwagen ab diesem Jahr zum Beispiel in Kurven deutlich fixer unterwegs sind. Mit welchen Technik-Hacks und Änderungen das die Konstrukteure bewerkstelligen, erfährst Du in der folgenden Checkliste:

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Screenshot / F1 2017 Regulations: All The Key Changes / FORMULA 1
  • Die Autos werden breiter: 2 Meter statt 1,80 Meter
  • Ebenso wachsen Unterboden, Front- und Heckflügel proportional mit
  • Frontflügel: 1,80 Meter statt 1,65 Meter breit
  • Nase wird 20 Zentimeter über das vordere Ende der Endplatten herausragen
  • Der Frontflügel bekommt dadurch eine Delta-Form
  • Heckflügel: von 80 Zentimeter auf 95 Zentimeter, der Heckflügel sitzt 15 Zentimeter tiefer
  • Endplatten in einem Winkel von 30 Grad
  • Beam Wing ist wieder erlaubt
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Screenshot / F1 2017 Regulations: All The Key Changes / FORMULA 1

Die Neuerungen sollen insgesamt den aerodynamischen Abtrieb erhöhen, wodurch die Runden um bis zu fünf Sekunden schneller gefahren werden können. Dazu tragen auch die neuen bzw. alten Luftleitbleche an den Seitenkästen bei. 

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Screenshot / F1 2017 Regulations: All The Key Changes / FORMULA 1

Diese wurden 2009 von den Boliden verbannt, erleben jetzt aber ihre Renaissance und verleihen den Designern eine weitere Möglichkeit, Abtrieb zu generieren. Ein weiteres Teil, das diesen Effekt verstärken soll, ist der größere Diffusor – Wirkflächen im Unterbodenbereich zur Verbesserung des Luftflusses, bei dem ein Sog entsteht. Die Änderungen sind aber relativ geringfügig, damit die Luftverwirbelungen hinter dem jeweiligen Auto das Überholen nicht noch komplizierter machen.

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Screenshot / F1 2017 Regulations: All The Key Changes / FORMULA 1

Breitere Reifen für bessere Traktion in Kurven

Das erste Mal seit 1997 sind die Autos wieder zwei Meter breit. Diese neugefundene Liebe zur Breite verlangt ebenfalls nach voluminöseren Reifen – 20 Prozent breiter sind die Reifen nach den neuen Regeln in der Formel 1 im Jahr 2017. Vorn: von 245 auf 305 Millimeter; hinten: von 325 auf 405 Millimeter. Dadurch soll ein besserer Grip garantiert und höhere Kurvengeschwindigkeit ermöglicht werden. Das zulässige Gesamtgewicht der Rennwagen steigt von 702 auf 722 Kilogramm. Das höhere Gewicht und die neue Breite der Boliden vergrößern den Luftwiderstand und als Resultat davon auch den Spritverbrauch. Deswegen dürfen Fahrer pro Rennen maximal 105 Kilogramm Benzin verbrauchen, 5 Kilogramm mehr als noch 2016.

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Screenshot / F1 2017 Regulations: All The Key Changes / FORMULA 1

Nur noch vier Motoren pro Saison und Hamilton-Schlupfloch geschlossen

In der Formel 1 2017 gibt es die neue Regel, dass nur noch vier statt fünf Motoren pro Fahrer und Saison erlaubt sind. Werden mehr eingesetzt, muss man Startplatzstrafen in Kauf nehmen. Bis zum letzten Jahr gab es noch das sogenannte „75-place grid penalty“-Loophole, also ein spezielles Hintertürchen, das sich Mercedes mit Lewis Hamilton zunutze machte. Hamilton musste seine ihm zugeteilte Anzahl an Motorkomponenten überziehen. Diese Strafe setzte ihn beinahe an das Ende des Starterfeldes. Diese Gelegenheit nutzte Mercedes und tauschte so viele Teile aus, dass sie ihn normalerweise 75 Plätze bei einem Start zurückwerfen würden – daher auch der Name „75-place grid penalty“-Loophole. Da das Starterfeld aus viel weniger Autos bestand – nämlich 22 –, hatte er das Glück, einfach aus der letzten Position heraus zu starten und das Rennen dabei sogar noch als Dritter zu beenden. Diese Hauruck-Tauschaktion wird sich 2017 nicht wiederholen, da die Teams zwar Teile, wann immer sie wollen, austauschen können, aber ihre Strafen für jedes einzelne Teil an verschiedenen Rennen antreten müssen.

 

Stehende Starts nach Safety-Car

Normalerweise kommt das Safety-Car auf die Strecke, wenn der Asphalt zu nass ist oder sich Autoteile bzw. Ölflecken auf der Fahrbahn befinden. Die Sicherheit der Rennwagen kann in solchen Fällen bei Top-Speed nicht gewährleistet werden, daher die Sicherheitsphase inklusive Überholverbot. Sobald das Safety-Car verschwand, starteten die Autos bislang fliegend – das heißt, ohne extra anzuhalten, sondern aus der Fahrt. Ab 2017 ändert sich dieser Ablauf, denn es wird keine fliegenden Starts nach dem Verschwinden des Safety-Cars mehr geben. In der neuen Saison startet das Feld stehend, sobald das Safety-Car vom Kurs verschwunden ist. Das erhöht die Schwierigkeit bei Starts, denn ab 2017 sind nicht mehr zwei Kupplungshebel erlaubt – es ist nur noch einer vorgesehen. So wird die Startphase für die Zuschauer noch spannender, da die Fahrer ihr ganzes Können aufbieten müssen (jeder Fehler wird bestraft). Die Formel 1 wird dank der neuen Regeln in 2017 aufregender denn je.

In diesem YouTube-Video findest Du alle neuen Regeln in der Formel-1-Saison 2017 noch einmal zusammengefasst.

 

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Gordon Herenz

Gordon, gebürtiger Lektor mit Vorliebe für das Schreiben von Online-Content, ist für das Textkonvolut im DailyDeal-Magazin verantwortlich. Seine Leidenschaft für das geschriebene Wort wurde früh von seiner Oma geweckt, die ihm unter Blut, Schweiß und Tränen bei seinen Hausaufgaben half. Ab der Gymnasialzeit in Cottbus schaffte er es, seine Gedichtinterpretationen auch weitestgehend allein zu bewältigen. Ein Erfolg, der ihn dazu verleitete, sich als Germanistik-Student in Potsdam zu verdingen. Stationen an der Uni und in der Start-up-Landschaft von Berlin-Mitte folgten, bevor es ihn 2016 nach Alt-Moabit zu DailyDeal verschlug. Seine freie Zeit verbringt er damit, Aufnäher auf seine Kutte zu nähen und sich seine verbliebenen Haare abzuschneiden.

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