Rhetorik-Tipps in Gehaltsverhandlungen | Sei erfolgreich

26/1/2017
Stadtgeflüster

Unzufriedenheit im Job rührt häufig von rhetorischen und kommunikativen Problemen her. Wie schnell entsteht ein Missverständnis? Wie oft kannst Du Deine Position nicht angemessen verdeutlichen oder verteidigen? Wie oft fällt Dir erst zu spät ein schlagfertiges Comeback ein? Wirksame Rhetorik-Tipps geben Dir in Verhandlungs- und Konfliktsituationen die Sicherheit, souverän aufzutreten und die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Dank rhetorischen Tricks und Kniffen bist Du Deinem Gegenüber mindestens einen Schritt voraus und bewahrst auch in hitzigen Diskussionen einen kühlen Kopf.

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Immer mit der Ruhe: Rhetorik-Tipps funktionieren in einer gehaltsverhandlung am besten, wenn Du sie sachlich und eloquent vorträgst.

Kommunikation ist der Schlüssel – Rhetorik-Tipps für die Karriereleiter

In keiner deutschen Stadt ist die Zufriedenheit im Job so groß wie in München. Auch die dortige Arbeitslosigkeit sank im Dezember 2016 unter die 4-Prozent-Marke. An (fast) jedem Arbeitsplatz bestehen jedoch ungenutzte Potenziale – auch in der bayrischen Landeshauptstadt. Nicht nur Arbeitgeber können mit Benefits wie flexiblen Arbeitszeiten, Home-Office und Firmenticket zur Verbesserung des Betriebsklimas beitragen, ebenfalls Du als Arbeitnehmer kannst etwas für Dein Glück at work tun. Kommunikation und Repräsentation sind dafür essentiell. Wenn Du Deine Kompetenzen, Bedürfnisse, Wünsche und Ziele adäquat in unterschiedlichen Situationen kommunizieren und darstellen kannst, wirst Du es leichter haben, Sprosse für Sprosse auf der Karriereleiter emporklettern. Auch im privaten Bereich und in zwischenmenschlichen Beziehungen lassen sich Meinungsverschiedenheit mittels kleinen rhetorischen Tricks deeskalieren oder von Vornherein vermeiden sowie Gespräche in die gewünschte Richtung lenken.

Psychologie der Worte: Gehaltsanpassung, nicht Gehaltserhöhung

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Worte machen viel aus. Sie formen auch bei der Gehaltsverhandlung die Gedanken.

Die kleinen Tricks: Kleinigkeiten machen einen großen Unterschied. Du kennst sicherlich das beliebte sprachliche Bild von einem Schmetterling, der in Brasilien mit seinen Flügeln schlägt und damit einen Tornado in Texas auslöst. Die Erklärung der Chaostheorie in nuce – kleine Abweichung, großer Effekt. Stell Dir in deinem Fall einfach das folgende Szenario vor: Du sitzt mit Deinem Chef in einem Konferenzraum und es steht wieder einmal ein Gehaltsgespräch an. Du möchtest natürlich mehr Gehalt, denn Du machst stets einen sehr guten Job. Dein Vorgesetzter ist sich dessen natürlich bewusst, denkt aber wirtschaftlich. Er möchte exzellente Arbeit für den kleinstmöglichen Preis. Daher gilt es ihn im Gespräch zu überzeugen und sich nicht überrumpeln zu lassen.

Zunächst einmal solltest Du das Wort „Gehaltserhöhung“ sowohl als Termingrund als auch in der Gehaltsverhandlung selbst vermeiden. Es hat für Deinen Arbeitgeber einen negativen Klang. Sprich lieber von einer Gehaltsanpassung. Das klingt für Deinen Chef deutlich harmloser als eine „plötzliche“ Gehaltserhöhung. Dieser Flügelschlag ist marginal, hat aber einen großen psychologischen Effekt bei Deinem Vorgesetzten. Zwar geht es im Kern um dasselbe, allerdings suggeriert das Wort „Gehaltsanpassung“ die Korrektur einer bisherigen Ungerechtigkeit. Schließlich erledigst Du einen vorbildlichen Job; da ist eine Gehaltsanpassung doch nur die logische Konsequenz. Du weißt das natürlich, überzeuge jetzt auch Deinen Chef, indem Du ihn durch diesen cleveren rhetorischen Trick von Vornherein milde stimmst.

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Rhetorik-Tipps: Nicht nur in Gehaltsverhandlungen hilfreich, sondern auch in Meetings

Gegen Floskeln mit Rhetorik-Tricks

Gängige Ausweichfloskeln kannst Du mit kleinen rhetorischen Tricks und etwas Fingerspitzengefühl leicht entkräften bzw. sogar für Dich nutzen. Beherzige einfach den Rhetorik-Tipp, den schon Aristoteles vor Tausenden von Jahren niedergeschrieben hat: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Nutze den Wind (die Aussagen Deines Chefs) so, dass er Dich voranbringt (auf der Karriere- und der Gehaltsleiter). Wichtig dafür ist, dass du die Argumente Deines Chefs ernst nimmst und Deine Antworten flexibel ausrichtest.

  • ‍“Ich muss es ja nicht extra betonen, aber die prekäre wirtschaftliche Lage …“ – oft gehört, häufig als Totschlagargument aufgefasst. Doch an diesem Punkt kannst Du ansetzen und den Chef von Deinem Wert für den künftigen ökonomischen Aufschwung des Unternehmens überzeugen. Es ist alles eine Frage der Perspektive. Nenne bestimmte Projekte, mit denen Du dies erreichst. Der Konjunktiv verbietet sich in diesem Fall. Du bist von Deinem Erfolg überzeugt.
  • ‍“Wenn ich Ihnen mehr Geld gebe, wollen alle im Team mehr.“ – Hier ist Vorsicht geboten. Profiliere Deine Leistung nicht auf dem Rücken Deiner Kollegen, gib aber zu verstehen, wie wertvoll Deine Arbeitskraft und Dein Know-how für die Wettbewerbsfähigkeit Deiner Firma ist. Außerdem behandelst Du Deine monetäre Anpassung natürlich diskret.

Du bist ebenso wie Dein Vorgesetzter an Konsens und nicht an einem schlechten Betriebsklima interessiert, weswegen Aussagen wie folgende in einer Gehaltsverhandlung für Dich tabu sein sollten:

  • ‍“Nein.“ – Mit einem absoluten „Nein“ beendest Du jegliche Diskussion und verhärtest die Fronten. Bleib stattdessen offen und unterbreite Gegenvorschläge.
  • ‍“Das ist mein letztes Angebot!“ – Mit Drohungen erreichst Du nicht nur in einer Gehaltsverhandlung wenig. Bleibt Dein Chef daraufhin hart (was sehr wahrscheinlich ist), bekommst Du auch nicht mehr als zuvor – mit dem Nachteil, dass das Verhältnis zwischen Dir und Deinem Chef von nun an belastet ist.
  • ‍“Woanders bekomme ich mehr!“ – Diese Aussage ist nicht konstruktiv und führt im schlimmsten Fall zu folgender Replik: „Dann bekomm doch woanders mehr!“ Du solltest Dich stets auf Deine Arbeit beziehen und Deinen Mehrwert für die Firma hervorheben. Es spricht nichts dagegen, vergleichbare Gehälter in der Branche anzugeben – schließlich hast Du Deine Hausaufgaben gemacht –, doch verpacke dies niemals als Drohung.

Rhetorik-Tipps: Anstatt dem Chef mit solchen ungeschliffenen und unüberlegten Äußerungen zu konfrontieren, solltest Du schlagfertige rhetorische Tricks anwenden: Zum Beispiel könntest Du – sollte er finanziell hart bleiben – auf Ausweichmöglichkeiten wie Home-Office, Benzingeld oder flexiblere Arbeitszeiten umschwenken. Mit diesem rhetorischen Trick des Umschwenkens zeigst Du Kompromisswillen, verdeutlichst aber gleichsam, dass Deine Top-Leistungen einen Gegenwert erforderlich machen. 

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Mit Rhetorik-Übungen und Seminaren zum Erfolg

(Rhetorik-)Übung macht den Meister

Um Rhetorik erfolgreich zu üben, bedarf es ständigem kommunikativen Training und einer gründlichen Reflexion der eigenen Aussagen, um auch in verschiedensten Situationen souverän und professionell zu reagieren – und dabei stets den richtigen Ton anzuschlagen. Hinter einer ausgefeilten Rhetorik steckt viel Arbeit. Das überrascht sicherlich viele, denn wie schwer kann „reden“ schon sein? Die klare Antwort: sehr schwer, wenn es darum geht, in einer stressigen Lage pointiert und eloquent auf ein wichtiges Ziel zuzusteuern und einen in der Firmenhierarchie Höhergestellten argumentativ und respektvoll von der eigenen Position zu überzeugen.

Damit Du Deine Rhetorik strukturiert verbesserst, empfiehlt es sich ein Rhetorik-Seminar zu besuchen. Für Münchner bietet sich das praxisorientierte Rhetorik-Seminar in der Argumentorik-Akademie an. Dort werden Dir über zwei Tage von einem erstklassigen Trainer wertvolle Rhetorik-Tipps näher gebracht – das optimale Grundlagentraining für alle offiziellen und inoffiziellen Situationen, in denen Du überzeugen willst. Für Stubenhocker, Nicht-Münchner und/oder Menschen, die auch am Wochenende arbeiten müssen, ist ein Online-Kurs Rhetorik optimal geeignet. In 57 Lektionen bekommst Du hilfreiche Rhetorik-Tipps, praktische Rhetorik-Übungen und anschauliche Video-Tutorials zur Verfügung gestellt, damit Dein Redetalent erblüht. 

Was sage und tue ich nur in einer Gehaltsverhandlung?

Spezielle Situationen erfordern spezielle Methoden. Du möchtest in Verhandlungssituationen spontan und gewinnbringend argumentieren sowie dabei möglichst witzig und schlagfertig sein. Das muss kein Wunschtraum bleiben. Sicherlich ist es zunächst ratsam, das Internet nach passenden Rhetorik-Tipps und -Tricks zu durchforsten. Allerdings haben es sowohl natürliche als auch digitale Wälder so an sich, dass Du Dich manchmal verirrst. Ist es nicht zeit- und ressourcensparender, die Materialrecherche und die Aufbereitung Profis zu überlassen? Durch sie lernst Du am Ende genau das, was Du auch wirklich benötigst, und kannst die verinnerlichten Lektionen und rhetorischen Tricks gleich praktisch anwenden.

  • ‍Verbessere Deine Performance in Gehaltsverhandlungen durch ein professionelles Verhandlungstraining. Bau Deine Argumente sinnvoll aufeinander auf, sei schlüssig in Deinen Aussagen und zieh in wichtigen Situationen nie wieder rhetorisch den Kürzeren.
  • Arbeite an Deiner Schlagfertigkeit und verleihe Deinen Argumenten die nötige Würze, um natürlich und witzig zu überzeugen. Die Zeiten des Treppenwitzes sind vorbei.

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Gordon Herenz

Gordon, gebürtiger Lektor mit Vorliebe für das Schreiben von Online-Content, ist für das Textkonvolut im DailyDeal-Magazin verantwortlich. Seine Leidenschaft für das geschriebene Wort wurde früh von seiner Oma geweckt, die ihm unter Blut, Schweiß und Tränen bei seinen Hausaufgaben half. Ab der Gymnasialzeit in Cottbus schaffte er es, seine Gedichtinterpretationen auch weitestgehend allein zu bewältigen. Ein Erfolg, der ihn dazu verleitete, sich als Germanistik-Student in Potsdam zu verdingen. Stationen an der Uni und in der Start-up-Landschaft von Berlin-Mitte folgten, bevor es ihn 2016 nach Alt-Moabit zu DailyDeal verschlug. Seine freie Zeit verbringt er damit, Aufnäher auf seine Kutte zu nähen und sich seine verbliebenen Haare abzuschneiden.

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