Das Spargel-ABC, denn Spargel (nur) essen kann jeder

13/4/2017
Daheim

Gekocht, gegrillt oder roh, in den nächsten acht Wochen haben wir alle nur ein Ziel: So viel Spargel zu essen, wie es unser Speiseplan zulässt. Auch 2017 ist der Hype ungebrochen und alle lauern seit Wochen auf den ersten Spargelstich. Wir gehen dem König des Gemüses mit unserem Spargel-ABC auf den Grund und schauen, was hinter dem ganzen Gerede rund um das Stangengemüse steckt.

Spargel essen und kennen – das Spargel-ABC

Spargel essen ist definitiv leckerer, als sich durch die Welt des Spargels (lat. Asparagus) zu buchstabieren – aber was soll’s, einer muss den Job ja machen. DailyDeal Magazin proudly presents its very own Spargel-ABC.

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A wie Angst

Wer bei ABC an die Sesamstraße und nette Buchstabenspiele denkt, ist bei uns an der falschen Adresse. Hier geht es hart und ehrlich zu. Deshalb scheuen wir uns auch nicht, uns mit den Urängsten der menschlichen Psyche zu beschäftigen. Eine von ihnen: die Spargarophobie! Die Angst vor Spargel ist verbreiteter, als man denkt. In der Fachliteratur wird sie gar in der Liste der besonders häufigen Phobien geführt.

B wie Beelitz

Was dem Country-Fan sein Nashville, ist dem Berliner sein Beelitz – zumindest, wenn es sich um einen Berliner Spargelfanatiker handelt. Von April bis Juni wird der kleine Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Jahr für Jahr zum Mekka der Spargeljünger. Rund um Beelitz wächst der Beelitzer Spargel auf 1.650 Hektar, was eine Ernte von bis zu 10.000 Tonnen bedeutet. Der Ort ist so eng mit dem Edelgemüse verknüpft, dass seit 2013 auf den Ortseingangsschildern stolz die Zusatzbezeichnung „Spargelstadt“ prangt.

C wie China

Die alten Chinesen nutzten die Kräfte des Spargels schon vor über 5.000 Jahren. Besonders häufig wurde er gegen Husten, Blasenprobleme und Geschwüre verordnet. Seine heilenden Eigenschaften hat sich der Spargel bewahrt. Auch heute noch soll Spargel essen gut für die Nieren sein und bei Zuckerkrankheit helfen.  

D wie Diät

Spargel schmeckt nicht nur, Spargel ist auch gesund. Der Spargel besteht zu 93 % aus Wasser, hat nur 18 Kalorien auf 100 Gramm und enthält zudem entschlackende Asparginsäure. Auch im Wettbewerb der fancy Superfoods – dazu zählen etwa Chia oder Spirulina – muss sich der Spargel nicht verstecken. Das Stangengemüse ist gefüllt mit Kalium, Phosphor, Kalzium, Folsäure und den Vitaminen A, B1, B2, C und E.

E wie Ernte

Vor dem Spargel-Essen kommt die Ernte und die wird von Jahr zu Jahr ertragreicher. Laut Statista stieg die Erntemenge des Spargels in Deutschland von 2007 bis 2016 von 94.000 auf 120.000 Tonnen. Klingt viel, ist aber nichts im Vergleich zur Erntemenge in China. Dort wurden 2013 unglaubliche 7.000.000 Tonnen Spargel aus der Erde geholt.

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Knochenjob Spargelernte.

F wie Ficksburg

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland auf 21.000 Hektar Spargel angebaut – auf so einer großen Fläche wie bei keinem anderen Gemüse. Zwar ist der Selbstversorgungsgrad laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) auf 84 % gestiegen, allerdings wird dennoch aus vielen anderen Teilen der Welt weiterer Spargel importiert – unter anderem aus Ficksburg, einer Ortschaft in Südafrika.

G wie giftig

Der Spargel ist offiziell eine Giftpflanze. Aber bevor Dir jetzt der Spargel beim Essen im Halse stecken bleibt, sei versichert: Die Stangen kannst du gefahrlos essen, nur die Beeren sind gering giftig. Im Gegensatz zu den unauffälligen Stangen hat Mutter Natur die kleinen Kugeln dankenswerterweise in ihr schönstes Feuerrot gefärbt, um den Verspeiser in spe auf die mögliche Gefahr hinzuweisen.  

H wie Hähnchen

Solltest Du bei der Suche nach Rezepten für Spargel auf das Spargelhähnchen stoßen, solltest Du lieber gleich weiterblättern, denn hinter dem schmackhaft klingenden Namen verbirgt sich Gemeines. Genauer gesagt das gemeine Spargelhähnchen und das ist ein Schädling, der sich besonders gerne an den Junganlagen des Spargels herumtreibt und für Ertragsverlust im Folgejahr sorgt.

I wie International

Das offene Party-Einladungen auf Facebook gehörig schiefgehen können, wurde schon durch so manche Flashmobs auf WG-Partys bewiesen. Das gleiche Schicksal ereilte das geplante Food-Festival „Spargel International“, das 2015 in den Beelitz-Heilstätten stattfinden sollte. Auf Facebook meldeten sich rund 20.000 Gäste an. Das sind mehr Personen, als in Beelitz wohnen, und definitiv zu viele für den kleinen Ort. Aufgrund von Sicherheitsbedenken musste das Festival abgesagt werden.

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Die Beelitzer Heilstätten blieben zum "Spargel International" leer.

J wie Joanna Southcott

Joanna Southcott war eine Engländerin, die sich im 18. Jahrhundert einen Namen mit Prophezeiungen rund ums Wetter und den nahenden Weltuntergang 1814 machte. Mit über 60 Jahren – zu diesem Zeitpunkt hatte sie eine beträchtliche Anhängerschaft um sich geschart – behauptete sie mit Shiloh, dem Messias, schwanger zu sein. Um das zu beweisen, aß sie angeblich 160 Spargelköpfe hintereinander, denn Spargel in Mengen zu essen, galt damals als ein Zeichen für eine Schwangerschaft. Die Rechnung dahinter: Je höher der Spargelkonsum, desto außergewöhnlicher die Schwangerschaft.

K wie Kirsche

„Kirschen rot, Spargel tot!“, was halb martialisch, halb wie die Weissagung eines betagten Zauberers in einem Fantasy-Roman klingt, ist eine fränkische Bauernregel. Zum Ende der Spargelsaison am 24. Juni steht die Kirsche schon in den Startlöchern. Die Bauernregel richtet sich jedoch nicht nur an genussfreudige Landwirte, sondern soll vor allem dafür sorgen, dass die Spargelpflanzen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geerntet werden, damit sie Kraft für die nächste Saison sammeln können. Bei guter Pflege erreichen die Spargelpflanzen so das Methusalem-Alter von bis zu 10 Jahren.

L wie Lübars

Lübars, ein Ortsteil in Berlin-Reinickendorf, ist nicht unbedingt für den Anbau von Spargel berühmt. Essen kannst Du das königliche Gemüse dort aber umso besser. Mit Deinem DailyDeal-Gutschein für ein 3-Gänge-Menü schlemmst Du vor schönster Kulisse Spargelcremesuppe, Beelitzer Spargel mit einem Schnitzel Deiner Wahl und frische Erdbeeren – dem anderen Trendsetter der Saison.

M wie Museum

Was der Deutsche mag, das stellt er aus. Und so finden sich in der Republik über 4.800 Museen zu allen „wichtigen“ Themen. Darunter das Betten- und Schlafmuseum, das Maschenmuseum, das Buddelschiffmuseum und eben auch das Spargelmuseum in Schrobenhausen, wo Du alles über Geschichte, Botanik, Anbau, Kunst und Kuriositäten rund um den Spargel erfahren kannst.

N wie Normen

Was wäre ein „deutsches“ Gemüse ohne die dazugehörige Norm? Da unsere Bürokratie aber mit vielen anderen Gesetzen beschäftigt ist, hat die EU uns dankenswerterweise die Arbeit abgenommen und folgende EU-Handelsklassen festgelegt, die es vor dem Spargel-Essen zu beachten gilt:

  • „Extra“: Durchmesser mindestens 12 mm, gerade, nicht holzige oder gespaltene Stangen, fest geschlossene Köpfe
  • „HKI“: Durchmesser mindestens 10 mm, Stangen gut geformt, nur leicht gebogen (leichte Verfärbung zulässig), Köpfe fest geschlossen
  • „HKII“: Durchmesser mindestens 8 mm, Stangen weniger gut geformt, dürfen leicht holzig sein, Köpfe weniger fest geschlossen, eine etwas stärkere Verfärbung ist zulässig

O wie Ornithologen 

Die Hobby-Ornithologen haben es nicht leicht. Abgesehen davon, dass sie Opfer von Verballhornungen und überzeichneten Stereotypen sind, hindert sie die Lust der Menschen am Spargel-Essen daran, ihrem Hobby zu frönen. Da inzwischen die meisten Anbaugebiete von Folien überzogen sind, wachsen dort kaum noch andere Pflanzen. In der Folge gibt es in den Gebieten kaum mehr Insekten, die wiederum Nahrungsgrundlage für die Vögel sind.

P wie Phallus

Seit Ewigkeiten hält sich das Gerücht, dass der Spargel – ähnlich wie Austern – eine aphrodisierende Wirkung hat. Bei der phallischen Form des Gemüses scheint die Idee auch nicht so weit hergeholt – medizinisch bewiesen ist allerdings nichts. Den Franzosen scheint das jedoch egal zu sein. Noch heute gibt es die Tradition, dass der frischgebackene Bräutigam sich vor der Hochzeitsnacht Spargel in Hülle und Fülle genehmigt, um für die Hochzeitsnacht „gewappnet“ zu sein.

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(Kein Kommentar)

Q wie Quietschen

Die Frische des Spargels ist entscheidend für den Geschmack. Da aber nicht jeder von uns autark ist und seinen eigenen Spargel anbaut, greifen die meisten auf Spargel aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt zurück. Um zu testen, ob der Spargel frisch gestochen wurde, reicht es schon, zwei Stangen aneinander zu reiben. Ertönt dabei ein Quietschgeräusch, ist der Spargel frisch und lässt sich bestens genießen.

R wie Rekorde 

Zwei Kanadier aus der Provinz Ontario präsentierten am 2. Oktober 2014 den längsten Spargel der Welt. Stolze 351,7 Zentimeter maß er. Zum Vergleich: Ein ausgewachsener Afrikanischer Elefant kommt lediglich auf die Höhe von 331 Zentimeter. Aber auch in heimischen Gefilden finden sich Rekordhalter. Der Stralsunder Steffen Hinkelmann ist der Weltmeister im Spargel-Schälen, in fünf Minuten kam er auf 3480 Gramm des Edelgemüses.

S wie Sauce Hollandaise

Der Klassiker unter den Rezepten für Spargel ist und bleibt Spargel mit Kartoffeln, Sauce Hollandaise und Kochschinken. Mit etwas Kreativität kannst Du aus dem Stangengemüse aber noch viel mehr herausholen. Ob als Vorspeise, zum Hauptgang oder sogar als süße Nachspeise – in den Weiten des Internets häufen sich die Ideen für Spargelgerichte. Zu finden sind diese, na klar, mit den gängigen Suchmaschinen. Oder aber mit einem Klick hier.  

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Mal etwas wagen: Räucherlachs statt Kochschinken.

T wie Teutonen

So sehr wie die Deutschen heute den Spargel verehren, verwundert es, dass sie absolute Spätzünder in puncto Spargel sind. Während der Philosoph Hippokrates und der römische Geschichtsschreiber Marcus Portius Cato schon früh die Vorzüge des Spargels anpriesen und der Gärtner von Sonnenkönig Louis XIV mit dem ganzjährigen Anbau des Gemüses experimentierte, war der Spargel in Deutschland eher unbekannt. Erst im 17. Jahrhundert finden sich erste Hinweise auf den Anbau in Deutschland. Aber wie wir spätestens nach zahlreichen emotionsgelandenen Romantic Comedies wissen: Liebe auf den zweiten Blick ist doch meist die wahre!

U wie Unterschiede

„Wo liegt der Unterschied zwischen weißem und grünem Spargel?“, ist eine der häufigsten Fragen, die aufkommt, sobald sich ein Gespräch dem Thema „Spargel essen“ widmet. Der weiße Spargel gilt landläufig als der edlere der beiden, was wahrscheinlich an dem aufwändigeren Anbau liegt. Er wächst unter einer Erdschicht und muss einzeln gestochen werden, sobald er reif ist. Der grüne Spargel reckt sein Köpfchen oberirdisch der Frühlingssonne entgegen, wodurch er auch seine Farbe erhält. Auch geschmacklich unterscheiden sich die Sorten. Während der weiße Spargel eher mild ist, weist der grüne Spargel mehr Würze auf.

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Die beiden verfeindeten Spargelsorten auf einem seltenen Foto gemeinsam.

V wie Violett

Auf dem deutschen Markt findet der weiße Spargel reißenden Absatz, gilt er – wie eben bereits angedeutet – doch als der edelste Spargel. In Frankreich hingegen gilt der in Deutschland ungeliebte, violette Spargel als Delikatesse. Die violette Färbung erhält der Spargel, wenn er vor der Ernte das Erdreich durchbricht und den Strahlen der Sonne ausgesetzt ist. 

W wie „Wie kocht man Spargel?“

Einfache Frage, viele Antworten. Die einen schwören auf extra Zubehör vor dem Spargel-Essen, wie den Spargeltopf oder einen Dampfgarer. Andere hingegen kochen ihn klassisch in einem ganz normalen Topf. Auch beim Kochwasser streiten sich die Gelehrten. Die Puristen salzen das Wasser lediglich, bei anderen kommen noch Zucker und Zitrone in den Topf. Die Zitrone sorgt dafür, dass der weiße Spargel farblich noch mehr Strahlkraft erhält. Die Zubereitungsweise mit dem Zucker stammt noch aus früheren Zeiten, in denen der Spargel mehr Bitterstoffe enthielt, als die heute gezüchteten Sorten und daher abgemildert werden musste.

X wie Xenolim

Grolijm, Rambo, Huchels Schneewitchen oder eben Xenolim – hinter diesen Namen verbergen sich Spargelsorten. Bei einigen gilt „nomen est omen“. Der Rambo-Spargel ist beispielsweise besonders kräftig im Geschmack und für seine dicken Stangen bekannt. Huchels Schneewittchen hingegen ist ein grüner Spargel, der besonders zart ist.

Y wie Ypsilon-Schäler

Klar, Du kannst den Schäler, mit dem der weiße Spargel bearbeitet wird auch einfach Sparschäler oder Gemüseschäler nennen, geläufiger sind diese Begriffe auf jeden Fall. Aber wie hätten wir sonst unser Spargel-ABC komplettieren sollen?

Z wie Zauberei

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Franziska Schmidt

Aufgewachsen (und geboren) auf den Straßen Berlin-Kreuzbergs, bevor es cool war, ist Franzi inzwischen altersbedingt im beschaulichen Ü60-Bezirk Tempelhof untergekommen. Nachdem sie an der Freien Universität Berlin Hebräisch und Jiddisch gelernt hat, gab sie ihrem Leben unter anderem mit PR-Arbeit für DJ Tomekk und Sarah Wiener Sinn. Um sich von diesem Knochenjob abzulenken, gründete sie den FC Lambajuuun und ging auf Titeljagd in der Bunten Liga Berlin (drei Jahre in Folge das Double!!!). Siegverwöhnt und mit hohen Ambitionen betrat sie im Jahr 2016 das Vereinsheim der SpVgg DailyDeal und läuft seitdem unter tosendem Beifall in der Startelf der Redaktion auf.

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