Vegan grillen – mit Gemüse und Tofu den Rost erobern

28/3/2017
Daheim

Grillen ohne Fleisch und Käse? Wenn Du vegan grillen möchtest, musst Du nicht nur auf labbrige Tofu-Würstchen und mehlige Kartoffeln zurückgreifen. Aus Gemüse, Seitan und Co. lassen sich raffinierte Leckerbissen zaubern, die nicht nur gesünder als das klassische Nackensteak sind, sondern auch noch mit Aromavielfalt bestechen.

Vegan Grillen bei jedem Wind und Wetter

Das Wetter zeigt sich allmählich von seiner frühlingshaften Seite und lockt damit zahlreiche Grillfreunde hinter ihre geliebten Gargeräte. Doch das bekannte Sprichwort: „April, April, der weiß nicht, was er will“ gibt es nicht ohne Grund, weswegen ein geplanter Grillabend im Frühling schnell buchstäblich ins Wasser fallen kann. Um diesem Horrorszenario vorzubeugen, wurde der praktische, faltbare Grillpavillon erfunden. So kommt dem Grillen ohne Fleisch kein böser Regen in die Quere.

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Mit einem Grillpavillon bist Du besser beraten. Obwohl der bei diesem Wetter wohl auch nichts mehr bringt.

Im Folgenden haben wir Dir vegane Grillrezepte zusammengestellt, die jeden Fleischesser neidisch auf Deinen Teller schielen lassen. 

Tofu grillen – Bohnenquark mit Biss

Der Dauerbrenner unter dem veganen Grillgut ist Tofu. Es gibt ihn in jeglichen Ausführungen. Ob Würstchen, Burger oder Steak – der aus Sojabohnen bestehende Quark lässt sich hervorragend weiterverarbeiten. Der fehlende Eigengeschmack des Tofus muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, schließlich bietet sich Dir so die Möglichkeit mit Gewürzen, Soßen und Panaden vielfältige Gerichte zu kreieren. Tipp: Vegane Grillprofis frieren den Tofu vor dem Grillen ein und lassen ihn wieder auftauen, ehe sie ihn auf den Rost legen. So ändert sich die Konsistenz des Tofu und Du läufst nicht Gefahr, dass er Dir auf dem Grill zerbröckelt.

Tofu-Steaks mit veganer Grillmarinade

Zutaten:

  • ‍400 g Tofu
  • ‍6 EL Olivenöl
  • ‍6 EL Weißweinessig
  • ‍10 EL Sojasoße
  • ‍6 TL Tomatenmark
  • ‍6 Knoblauchzehen
  • ‍1 Chilischote
  • ‍1 kleines Stück Ingwer
  • 2 Msp. Currypulver
  • ‍2 EL Agavendicksaft
  • ‍Salz und Pfeffer nach Belieben

Zubereitung: Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Stabmixer pürieren. Den Tofu mindestens 2 Stunden in der Marinade ziehen lassen. Anschließend auf den Grill legen und dabei abermals mit der Marinade einstreichen.

Tofu-Päckchen mit Tomaten und Oliven

Zutaten:

  • ‍400 g Tofu
  • ‍20 Kirschtomaten
  • ‍16 schwarze Oliven
  • 4 Kapernäpfel
  • ‍2 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • ‍8 Thymianzweige
  • ‍60 ml Olivenöl
  • ‍2 EL weißer Balsamicoessig
  • ‍1 TL Fenchelsamen
  • ‍Salz und Pfeffer nach Bedarf

Zubereitung: Fenchelsamen in der Pfanne anrösten. Schalotten in feine Streifen schneiden. Knoblauchzehen abziehen und pressen. Oliven in kleine Stücke schneiden, Kirschtomaten halbieren und Kapernäpfel vierteln. Alle Zutaten bis auf den Tofu zu einer Marinade vermengen. Tofu würfeln, in einer Schüssel mit der Marinade übergießen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag die gut durchgezogene Mischung auf 4 Stücke Alufolie verteilen und zu Päckchen formen. Für den veganen Grillgenuss die Päckchen ca. 15 Minuten auf dem Grill lassen.

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Tofu gut marinieren, damit beim veganen Grillen am Ende auch der Geschmack stimmt.

Gemüse – mehr als eine Beilage zum Grillen

Bei Gemüse solltest Du vor allem darauf achten, dass die Gemüsesorten, die Du vegan grillen möchtest, nicht zu viel Wasser enthalten. Diese verlieren beim Grillen viel Flüssigkeit und werden so schnell weich und matschig. Besonders gut eignen sich Zucchini, Paprika, Süßkartoffeln, Maiskolben und Artischocken für Deinen Grill. Damit während des Grillens nicht zu viele der wichtigen Nährstoffe verloren gehen, solltest Du Dein Gemüse bei niedriger Temperatur (am Rand des Grillrostes) und nicht zu lange grillen. Um das Austrocknen zu verhindern, hilft es, das Gemüse vorher mit einer einfachen Marinade aus Öl und mediterranen Kräutern zu bestreichen. Wenn Du noch mehr aus Deinem Gemüse herausholen und Lobgesänge von Deinen Gästen erhalten möchtest, lohnt es sich, einen Blick auf diese veganen Grillrezepte und idealen Beilagen zum Grillen zu werfen.

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Der Klassiker unter den amerikanischen Beilagen zum Grillen: Der Maiskolben.

Süßkartoffeln vom Grill

Zutaten:

  • ‍4 vorgegarte mittelgroße Süßkartoffeln
  • 400 g Kichererbsen
  • ‍8 Kirschtomaten
  • ‍1 EL Kümmel
  • ‍1 EL Koriander
  • ‍1 EL Zimt
  • ‍1 EL Paprika
  • 0,5 EL Öl
  • ‍Petersilie
  • ‍Salz und Pfeffer nach Bedarf

Zubereitung: Süßkartoffeln waschen und der Länge nach durchschneiden. Kichererbsen waschen und zusammen mit Gewürzen und Öl in eine vorbereitete Schale aus Alufolie geben. Anschließend die Schale auf den Grill legen. Süßkartoffeln mit Öl bestreichen und mit der Innenseite nach unten auf den Grill legen. In der Zwischenzeit Tomaten und Petersilie klein schneiden und mit Öl und Gewürzen abschmecken. Die fertig gegrillten Süßkartoffeln etwas abkühlen lassen und mit Kichererbsen und Topping garnieren. Fertig ist die leckere vegane Beilage zum Grillen.

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Süßkartoffeln sind nicht nur eine ideale Beilage zum veganen Grillen.

Gegrillte Avocado mit Tomaten-Brot-Salat

Zutaten:

  • 4 Avocados
  • ‍200 g Ciabatta
  • ‍400 g Kirschtomaten
  • ‍100 g schwarze Oliven
  • ‍8 EL Grillsoße
  • ‍80 ml Balsamicoessig
  • ‍6 EL Olivenöl
  • ‍Salz, Pfeffer, Zucker
  • ‍Basilikum

Zubereitung: Avocados halbieren, den Kern entnehmen und beide Seiten mit Grillsoße bestreichen. Avocados mit der Innenseite nach unten auf den Grill legen und so lange grillen, bis die Soße karamellisiert. Ciabatta in 2 cm große Würfel schneiden und mit Essig beträufeln. Kirschtomaten halbieren und Oliven in Stücke schneiden. Beides in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zucker marinieren. Das Basilikum grob hacken, mit den Tomaten und dem Brot vermengen und alles zusammen auf die Avocados geben. Voilà, die vegane Beilage zum Grillen ist verzehrfertig.

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Das Multitalent Avocado (l. und r.) hier in einer freizügigen Privataufnahme.

Die Jackfrucht – eine Frucht, tausend Möglichkeiten

Die Jackfrucht ist so etwas wie die Trendfrucht des Jahres 2017. Und das nicht zu Unrecht, denn die tropische Frucht ist ein Tausendsassa. Die ursprünglich aus Indien stammende Frucht kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und eignet sich sowohl als Fleischersatz für herzhafte Speisen als auch für vegane Desserts. Zudem lässt sich aus den bis zu 500 Kernen, die eine einzige Jackfrucht enthält, Mehl gewinnen, das in Indien beispielsweise für die Zubereitung von Papadams verwendet wird.

Als reife Frucht schmeckt sie wie eine Mischung aus Ananas, Mango und Banane. Für unser veganes Grillen ist jedoch die unreife Jackfrucht interessanter. Das Fruchtfleisch der unreifen Jackfrucht eignet sich gerade für Veganer und Vegetarier besonders, da sich die Jackfrucht als Fleischersatz verwenden lässt. Von der Konsistenz her ähnelt das Fruchtfleisch dem Hähnchenfleisch und lässt sich in der Küche vergleichbar nutzen. Auch auf dem Grill macht ein gut gewürztes Steak aus unreifer Jackfrucht eine gute Figur. Nicht unbedingt bei den veganen Grillrezepten (da vegetarisch) anzutreffen, aber so lecker, dass wir euch das Rezept nicht verschweigen wollen, ist der Pulled Pork-Burger aus Jackfrucht.

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Die vielseitige Jackfrucht ist der ideale Fleischersatz beim veganen Grillen.

Soßen, Dips und Co. sorgen für die gewisse Würze

Nicht nur beim Grillen ohne Fleisch, sondern beim Grillen insgesamt, sind Soßen eine entscheidende Komponente. Ob scharfe Würze, fruchtige Süße oder zitronige Säure – die passende Soße kann jedes Grillgut veredeln. Gerade bei veganen Erzeugnissen wie Tofu und Seitan solltest Du Dein Hauptaugenmerk auf Soßen und Dips legen, um Deinem Grillgut einen charakteristischen Eigengeschmack zu verleihen. Beim Einkauf ist Vorsicht geboten, denn häufig verstecken sich in Fertigsoßen Ei oder tierische Fette. Um auf Nummer sicher zu gehen, machen wir uns für unser veganes Grillen die Soßen und Dips lieber selbst – geht schnell und schmeckt eh viel besser als die Fertigprodukte.

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Nicht gerade als Freund von Veganern und Vegetariern bekannt weiß Gordon Ramsey dennoch nur zu gut, wie wichtig eine gute Soße ist.

Veganer Sauerrahm

Zutaten:

  • ‍400g Seidentofu (gepresst und entwässert)
  • ‍1 EL Rapsöl
  • ‍4 TL Zitronensaft
  • ‍2 TL Apfelessig
  • ‍1 TL Zucker
  • ‍Salz und weißer Pfeffer nach Bedarf

Zubereitung: Alle Zutaten verrühren, bis eine glatte und cremige Masse entsteht. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Vegane BBQ-Sauce

Zutaten:

  • 250 ml Ketchup
  • 4 EL Balsamicoessig‍
  • ‍4 EL vegane Worcestershire-Soße
  • ‍2 TL Agavendicksaft
  • ‍2 TL Liquid Smoke
  • ‍Salz
  • ‍Chilipulver

Zubereitung: Ketchup, Worcestershire-Soße und Balsamicoessig mit einem Schneebesen verrühren. Agavendicksaft und Liquid Smoke unterrühren und mit den Gewürzen abschmecken.

Chimichurri mit Oliven (ergibt ca. 500 ml)

Zutaten:

  • ‍150 g grüne Oliven
  • 1-2 grüne Chilischoten
  • je 1 Bund Oregano und Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 rote Zwiebel
  • 100 ml Olivenöl
  • 3 EL Rotweinessig
  • 0,5 TL Meersalz
  • Pfeffer

Zubereitung: Oliven grob zerkleinern. Chili-Schoten entkernen und fein würfeln. Kräuter waschen und fein hacken. Knoblauch schälen und grob hacken. Zwiebeln abziehen und würfeln. Alle Zutaten miteinander vermengen und am Schluss mit 80-100 ml heißem Wasser verdünnen.

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Die wichtigste Zutat beim Oliven-Chimichurri: Richtig geraten, Oliven!

Gurkensalsa

Zutaten:

  • ‍1 Salatgurke
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 5 EL Olivenöl
  • 4 EL Aprikosenkonfitüre
  • Saft einer kleinen Zitrone
  • Salz und Pfeffer
  • Chili

Zubereitung: Zwiebel würfeln und im Olivenöl anschwitzen, bis die Zwiebelstücke glasig werden. Aprikosenkonfitüre und Zitronensaft hinzugeben. Mit Salz, Pfeffer und Chili abschmecken und abkühlen lassen. Die Gurke schälen und würfeln. Zwiebel-Mix und Gurken vermengen und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.

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Alle verwendeten GIFs via Giphy.

Franziska Schmidt

Aufgewachsen (und geboren) auf den Straßen Berlin-Kreuzbergs, bevor es cool war, ist Franzi inzwischen altersbedingt im beschaulichen Ü60-Bezirk Tempelhof untergekommen. Nachdem sie an der Freien Universität Berlin Hebräisch und Jiddisch gelernt hat, gab sie ihrem Leben unter anderem mit PR-Arbeit für DJ Tomekk und Sarah Wiener Sinn. Um sich von diesem Knochenjob abzulenken, gründete sie den FC Lambajuuun und ging auf Titeljagd in der Bunten Liga Berlin (drei Jahre in Folge das Double!!!). Siegverwöhnt und mit hohen Ambitionen betrat sie im Jahr 2016 das Vereinsheim der SpVgg DailyDeal und läuft seitdem unter tosendem Beifall in der Startelf der Redaktion auf.

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