BER-Index – wer ist das neue Berlin?

13/4/2017
Stadtgeflüster

Das Reiseportal Tripdoo hat mit seinem Best Eurocity Ranking (BER) das neue Berlin gesucht und (Tadaaa!) auch gefunden. Dafür haben die Jungs und Mädels fleißig Statistiken ausgewertet und das neue Berlin gekürt. Kriterien waren unter anderem: die günstigsten Bierpreise, die niedrigsten Preise für den öffentlichen Nahverkehr und die höchste Single-Quote. Lies weiter, um zu erfahren, welche Städte die neuen Berlins sind.

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Berlin: Bekannt für Kunst und Gernsehen.

Das neue Berlin – Gewinner & Verlierer beim BER-Index

Laut Tripdoos Ranking liegen die künftigen In-Städte im Osten Europas. Unter den Top 10 sind 7 osteuropäische Städte. Die Nummer 1 ist die zweitgrößte polnische Stadt Krakau. Auf den Plätzen folgen Belgrad (2), Kiew (4), Tirana (6), Warschau (7), Lodz (8), Podgorica (9). Die Mieten sind dort günstig, der öffentliche Nahverkehr bezahlbar und die Lebenshaltungskosten generell niedrig.

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Günstig und (einigermaßen) schnell: Der Nahverkehr in Krakau.

Hier geht’s zur Infografik.

Europäische Großstädte wie Paris, Kopenhagen und Madrid hatten das Nachsehen konnten nur die Plätze 5, 10 und 11 für sich verbuchen. Das liegt mitunter an den hohen Kosten für eine Wohnung, die Lebenskosten und dem großen Schwall an Touristen. Auf Platz 3 landete überraschend Manchester, das besonders durch seine vielen Singles punkten und sich mit ansonsten niedrigeren Punktzahlen in anderen Bereichen klammheimlich auf Platz 3 stehlen konnte.

Wie kam der BER-Index zustande?

Für das BER wurden sowohl Negativ- als auch Positivpunkte vergeben. Für eine Nummer-1-Platzierung in einer Statistik erhielt die jeweilige Stadt 20 Punkte, für einen 20. Platz dann nur einen Punkt. Ebenso händelte es das Reiseportal bei negativen Top-Listen. Sonderpunkte vergab Tripdoo, wenn eine bekannte Universität in der Stadt beheimatet oder ein Club in den Top100-Clublisten des DJ Mags vertreten ist. Wären nur positive Rankings einbezogen worden, sähe das Ranking ganz anders aus. Dann würden die üblichen Verdächtigen London, Paris und Amsterdam das Ranking anführen. Jedoch waren diese Städte auch in den Negativlisten – höchste Wohnungspreise, die meisten Touristen und die höchsten Mieten – prominent vertreten. Diese Punkte kannst Du aber beispielsweise bei einem Trip nach Paris oder einer Städtereise nach Amsterdam getrost vernachlässigen. Schließlich möchtest Du nicht dort wohnen, sondern nur ein paar Tage in den kulturellen Zentren Europas verbringen.

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Amsterdamer Idylle: Grachten und Fahrräder all around.

Das Ergebnis ist natürlich interpretierbar, denn nicht für jeden Menschen sind ein hohes Single-Aufkommen oder die Club-Dichte wichtig. Es kommt darauf an, welche Faktoren man für sein Leben priorisiert. Das Ranking gibt aber einen anschaulichen Überblick über die einzelnen europäischen Städte und es lassen sich an ihm generelle Trends in Europa ablesen. Und außerdem war das Ziel ja auch nicht, die beste, schönste, coolste oder attraktivste Stadt Europas zu ermitteln, sondern die Potentiale für eine Stadt, die Berlin in den nächsten zehn Jahren "ersetzen" könnte. Deswegen nahm Tripdoo auch Faktoren in das Ranking auf, die Berlin ausmach(t)en – zum Beispiel die Clubkultur, die günstigen Bierpreise oder die Zahl an Start-ups.

Krakau ist das neue Berlin – was hat Krakau zu bieten?

Das beste Ergebnis erreichte Krakau. Die Stadt an der Weichsel katapultierte sich insbesondere durch seine günstigen Bierpreise und die geringen Kosten für Wohnen und Öffentliche auf den ersten Platz der Liste. Aber Krakau kann noch mehr als das. Besonders zu empfehlen sind der Rynek (der Markt), das jüdische Viertel Kazimierz mit seinem alternativen Touch sowie der Wawelhügel mit der imposanten Wawelburg. Außerdem sind die Fabrik Oskar Schindlers samt multimedialem Museum sowie die Salzmine Wieliczka Besucheh wert. Tripdoo liefert Dir nicht nur die Infos rund um das Ranking der Städte, sondern praktischerweise auch gleich noch ein tolles Angebot für Deinen Städtetrip nach Krakau.

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Die Krakauer Wawelburg bei Nacht: Schon schön.

Berlin ist (noch) nicht von gestern

Zum Abschluss: Keine Sorge, Berlin ist noch immer Berlin. Was für eine seltsame Aussage. Natürlich ist Berlin noch Berlin, was sollte es denn sonst sein? Doch im übertragenen Sinn bedeutete die Suche nach einem neuen Berlin, dass Berlin erwachsen geworden ist und nicht mehr die Frische, Jugend und Coolness der 90er und frühen 2000er versprüht. Stichwort Gentrifizierung und Kommerzialisierung. An seinen eigenen Standards und Kriterien gemessen kommt Berlin allerdings noch immer auf 55 Punkte und würde damit alle Kontrahenten auf die Plätze verweisen. Die Party ist also noch nicht vorbei.

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Alle Flaschen ausgetrunken? War es das, Berlin? "Soll es das gewesen sein? Fällt uns denn keine Lösung sein?"

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Gordon Herenz

Gordon, gebürtiger Lektor mit Vorliebe für das Schreiben von Online-Content, ist für das Textkonvolut im DailyDeal-Magazin verantwortlich. Seine Leidenschaft für das geschriebene Wort wurde früh von seiner Oma geweckt, die ihm unter Blut, Schweiß und Tränen bei seinen Hausaufgaben half. Ab der Gymnasialzeit in Cottbus schaffte er es, seine Gedichtinterpretationen auch weitestgehend allein zu bewältigen. Ein Erfolg, der ihn dazu verleitete, sich als Germanistik-Student in Potsdam zu verdingen. Stationen an der Uni und in der Start-up-Landschaft von Berlin-Mitte folgten, bevor es ihn 2016 nach Alt-Moabit zu DailyDeal verschlug. Seine freie Zeit verbringt er damit, Aufnäher auf seine Kutte zu nähen und sich seine verbliebenen Haare abzuschneiden.

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