Quiz: Wie gut kennen die Spanier ihr Essen?

3/4/2017
Lebensart

Bei kulinarischen Kreationen spanischer Prägung fallen uns Deutschen zuerst Gerichte wie Paella, Chorizo und Serrano-Schinken ein. Wenn es allerdings um die Menge der exportierten Produkte geht, sind die meisten von uns ahnungslos. Wie sieht es bei den Spaniern selbst aus? The Culture Trip hat auf spanischen Straßen nachgefragt.

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Spanisches Essen ohne Tapas ist unvorstellbar. Los geht es mit dem Lebensmittel-Quiz auf Spanisch.

Was wissen die Spanier über Paella, Wein & Co.?

Artikel und Video von The Culture Trip sind auf Englisch. Daher fassen wir die Antworten für Dich zusammen und geben wie immer unseren eigenen Senf dazu. Alternativ kannst Du aber auch Dein British English und Dein Español günstig online aufpolieren. Das kann nicht schaden, schließlich zählen beide Sprachen zu den am häufigsten gesprochenen Verkehrssprachen weltweit. Dieses Mal übersetzen wir noch, aber nächstes Mal bist Du auf Dich gestellt, okay? Los geht’s.

1. Welche kleinen Kreaturen waren ursprünglich in einer Paella zu finden?

Es müssen doch Muscheln oder Garnelen sein, oder? Ich meine, was denn sonst? Nein? Okay, wir müssen uns nicht schämen, denn die befragten Spanier wissen es auch nicht besser. Los geht es mit der Raterunde:

  1. ‍Tipp: Kaninchen (conejo) – zwar wird es auch gern in einer Paella Valenciana verwendet, aber es ist doch keine kleine Kreatur
  2. Tipp: Herzmuschel (berberecho) – hmm, nein
  3. Tipp: Garnele (langostino) – das ist heute so, aber damals: nein
  4. Tipp: Oktopus (pulpo) – nope
  5. Tipp: Krabbe (gamba) – auch nicht
  6. Tipp: Regenwurm mit Reis (gusano con el arroz) – ??? Ähm nein, absolut nicht

Richtig gewesen wäre: Die kleinen Kreaturen, die ursprünglich in der Paella zu finden waren, sind Schnecken. Sie wurden einfach gesäubert und in die Paella gegeben, wo sie mit den anderen Zutaten gegart wurden. Auch heute sind Schnecken noch ein häufiger Bestandteil einer Paella Valenciana.

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Paella wird traditionell in einer Pfanne serviert und zählt zu den bekanntesten spanischen Gerichten.

Die wahre Heimat der Paella, Du hast es Dir sicherlich schon gedacht, ist Valencia an der östlichen spanischen Küste. Das Gericht war wegen seiner Nahrhaftigkeit und den geringen Kosten ideal für Bauern und Arbeiter, die die Paella direkt aus der Pfanne aßen – jeder mit seinem eigenen Holzlöffel. Die heutige Paella beinhaltet hochwertige Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen und andere Krustentiere. Zu ihrer Entstehungszeit wurden alle möglichen Zutaten verwendet, die man in der Umgebung auftreiben konnte. Dazu gehörten neben Tomaten und Hühnchen auch Schnecken und Safran. Die klassische Paella, die wir heute als Reispfanne mit Schalentieren aus dem Meer kennen, entwickelte sich erst im Laufe der Jahre. Bei Deinem nächsten Spanien-Urlaub solltest Du Dir eine authentische Paella nicht entgehen lassen.

2. Von welchem Produkt exportiert Spanien am meisten?

Wirtschaftsfrage. Dabei kann doch nichts herauskommen. Ich stehe auch ratlos vor der Frage, von welchem Produkt Deutschland am meisten exportiert. Eine nicht ganz so kurze Google-Recherche ergab, dass Deutschland sehr viele Fleischwaren, Milchprodukte und Süßwaren ausführt. Wie sieht es bei Spanien aus? The Culture Trip hat nachgefragt.

  1. Tipp: Reis (arroz) – da hat wohl jemand noch an Paella gedacht
  2. Tipp: Schinken (jamón) – nachvollziehbar, aber nein
  3. Tipp: Reis (arroz) – immer noch falsch
  4. Tipp: Safran (azafrán) – auch diese Antwort ist nachvollziehbar, dennoch ist Safran nicht die richtige Antwort

Richtig gewesen wäre: Olivenöl. Es ist eine Standardzutat in der mediterranen Küche – nicht nur in Spanien, sondern auch in Italien, Griechenland und der Türkei. Spanien produziert 40 Prozent der weltweiten Menge an Olivenöl. Das meiste davon kommt aus Andalusien im Süden Spaniens.

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Das flüssige Gold: Zumindest in Bezug zu Spaniens Wirtschaft.

Der spanische Schinken ist ebenfalls ein wichtiges Exportprodukt Spaniens, somit war der zweite Tipp gar nicht so abwegig. 2015 wurden knapp 40.000 Tonnen luftgetrockneter Schinken in die Welt geschickt. Das freut auch deutsche Gourmets, da sie problemlos spanischen Edelschinken online bestellen können.

3. Spanien produziert 75 Prozent welchen Gewürzes?

  1. ‍Tipp: Pfeffer (pimentón) – nee
  2. Tipp: Oregano (orégano) – auch nicht
  3. Tipp: Safran (azafrán) – ding ding, richtig!      

Safran ist das teuerste Gewürz der Welt und eine gern genutzte Zutat in der spanischen Küche. Die Spanier können sich auch erlauben, viele ihrer Gerichte mit Safran zu würzen, denn 75 Prozent des weltweiten Safrans liegt auf spanischem Boden. Deswegen gab es wahrscheinlich auch die Safran-Antwort bei der zweiten Frage, auch wenn er sich dem Olivenöl geschlagen geben musste.

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Safran-Nation Spanien. Viele spanische Gerichte enthalten das wertvolle Gewürz, zum Beispiel die Paella.

Seit gut 1.000 Jahren wird auf der Iberischen Halbinsel Safran angebaut – hauptsächlich in La Mancha auf der Kastilischen Hochebene, wo 90 Prozent des spanischen Safrans gewonnen werden. Auf einer Fläche von 120 Hektar bauen ca. 300 Familien Safran an. Viele sehen den Safran-Anbau mittlerweile als sichere Investition in die Zukunft. Denn ebenso wie Gold verliert er im Laufe der Jahre nicht an Wert.

4. Welche Art von Traube wird in Spanien mehr angebaut?

Sind es weiße (blanca) Trauben oder dunkle (negra)? Es kann nur eine richtige Antwort geben und die Spanier sind sich uneinig. Zwischen blanca und negra geht es immer hin und her, bis uns The Culture Trip endlich erlöst und die Frage auflöst. Trommelwirbel: Es sind weiße Trauben.

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Wer hätte das gedacht? Weiße Trauben triumphieren über dunkle in Spanien!

Zwar ist Spanien eher als Rotweinland bekannt, das für seinen Tempranillo sowie seine Rioja- und Jerez-Variationen weltweit gerühmt wird, doch die weißen Trauben nehmen 50 Prozent der spanischen Anbaufläche ein. Spanien ist Spitzenreiter in puncto Weißweinherstellung. In ca. 5.000 Bodegas werden auf einer Fläche von über einer Million Hektar Reben angebaut. Das sind 15 Prozent der weltweiten Weinbaufläche. Damit steht Spanien auch im flächenmäßigen Weinanbau ganz oben auf dem Treppchen. Allerdings liegen die spanischen Winzer im weltweiten Vergleich nur auf Rang drei bei der Gesamtweinproduktion. Auch beim Weintrinken reicht es für Spanien nicht für einen Top-Platz. Hier muss man sich mit einem mittelmäßigen neunten Rang (21,6 Liter pro Kopf im Jahr) zufriedengeben. Hoffen wir mal, dass die Teilnehmer des Quizzes dieses Ergebnis nicht aus Frust in ungesundem Maß verbessert haben.

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Gordon Herenz

Gordon, gebürtiger Lektor mit Vorliebe für das Schreiben von Online-Content, ist für das Textkonvolut im DailyDeal-Magazin verantwortlich. Seine Leidenschaft für das geschriebene Wort wurde früh von seiner Oma geweckt, die ihm unter Blut, Schweiß und Tränen bei seinen Hausaufgaben half. Ab der Gymnasialzeit in Cottbus schaffte er es, seine Gedichtinterpretationen auch weitestgehend allein zu bewältigen. Ein Erfolg, der ihn dazu verleitete, sich als Germanistik-Student in Potsdam zu verdingen. Stationen an der Uni und in der Start-up-Landschaft von Berlin-Mitte folgten, bevor es ihn 2016 nach Alt-Moabit zu DailyDeal verschlug. Seine freie Zeit verbringt er damit, Aufnäher auf seine Kutte zu nähen und sich seine verbliebenen Haare abzuschneiden.

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